#23 Wajikra – „Und er rief“

Wajikra
3. Mose 1,1-5,26
Hesekiel 45,16-46,18; Lukas 22,1-13
In Wajikra lernen wir die Opfer kennen, die das Volk Israel in der Stiftshütte darbrachte. Dass YHWH’s Augenmerk dabei nicht vordergründig auf dem Tod der Tiere lag, macht er uns wiederholt in der Schrift deutlich.
Denn an Schlachtopfern hast du kein Wohlgefallen, sonst wollte ich sie dir geben; Brandopfer gefallen dir nicht. Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein zerbrochener Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz Wirst du, o Gott, nicht verachten. (Psalm 51,18-19)
Wajikra, der Tod und die Nähe zu Gott
Im hebräischen Kontext zeigen uns die Opfer, wie wir uns Gott nahen können. Das Wort Opfer im Hebräischen qorban kommt von der der Wurzel qarav, welche mit „nahe kommen“ und „nähern“ übersetzt werden kann.
Und so stehen die Opfertiere stellvertretend für den Opfernden selbst und zeigen, dass auch er sterben muss, bevor er sich Gott nähern kann.
Dieses Prinzip wird uns auch durch Paulus beschrieben.
Oder wisst ihr nicht, dass wir alle, die wir in Messias Jeschua hinein getauft sind, in seinen Tod getauft sind? Wir sind also mit ihm begraben worden durch die Taufe in den Tod, damit, gleichwie Messias durch die Herrlichkeit des Vaters aus den Toten auferweckt worden ist, so auch wir in einem neuen Leben wandeln. Denn wenn wir mit ihm einsgemacht und ihm gleich geworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein; wir wissen ja dieses, dass unser alter Mensch mitgekreuzigt worden ist, damit der Leib der Sünde außer Wirksamkeit gesetzt sei, sodass wir der Sünde nicht mehr dienen; denn wer gestorben ist, der ist von der Sünde freigesprochen. (Römer 6,3-7)
Sünde kann vor Gott nicht bestehen und mit unserem Tod sind wir von der Sünde befreit. Doch was hat es mit der Sünde auf sich? Schließlich ist nicht jedes Opfer ein Sündopfer? Warum müssen dann bei Brand- oder Friedensopfern ebenfalls Tiere ihr Leben lassen?
Die Sünde und das Leben
Als YHWH den Menschen geschaffen hat, formte er ihn aus Erde und blies ihm den Odem des Lebens in die Nase (Vgl. 1. Mose 2,7). Tatsächlich wäre eine wortgetreuere Übersetzung „Odem der Leben“, denn wir haben es im hebräischen Text mit einem Plural zu tun.
Daraus könnte geschlussfolgert werden, dass Gott Adam nicht nur ein Leben gab. Ich vermute, dass dieser Plural bedeutet, dass in dem Odem Gottes die verschiedenen Wege, die Adam für sein Leben wählen konnte, als Möglichkeiten enthalten waren.
Adam konnte ein Leben im Gehorsam gegenüber YHWH führen. Dafür gab es den Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen. Blieb Adam davon fern, würde er den Tod und die Sünde nie erfahren.
Dadurch, dass er von diesem Baum aber aß, wählte er ein Leben im Ungehorsam und er wusste, dass ein solches Leben im Tode münden würde.
Und Gott YHWH gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen; aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tag, da du davon isst, musst du gewisslich sterben! (1. Mose 2,16-17)
Das hebräische Wort für Sünde chata entspricht übrigens dem nummerischen Wert von 18. Dieser Wert entspricht auch dem hebräischen Wort für Leben chai. Beide Worte sind durch diesen Wert also unmittelbar miteinander verknüpft.
Es ist also nur logisch, dass die meisten Opfer, wie sie uns in Wajikra überliefert worden sind, mit dem Tod in Verbindung stehen, da erst das sündige und ungehorsame Leben sterben muss, bevor Adam seine Position als Priester in Gehorsam gegenüber Gott wieder einnehmen kann.
Durch den Tod zum Leben
Wir Menschen (Adam) befinden uns also in einem Prozess, in dem wir das von Adam gewählte und von uns geerbte Leben mit Jeschuas Hilfe zu einem Ende führen.
Der Messias hat uns diesen Prozess durch seinen Tod aufgezeigt. Durch das Muster der Opfer aus Wajikra können wir erkennen, welchen Sinn Jeschuas Tod hatte.
Die Bestimmung des sündigen Adams ist es, zu sterben, damit der gehorsame Priester Adam in uns zum Leben kommen kann. Dies entspricht dann der Auferstehung unserer ursprünglichen Bestimmung. Doch um den Weg für den Priester frei zu machen, muss unser Leben, welches auf diese Welt und dieses Zeitalter ausgerichtet ist, komplett beendet werden.
YHWH durchläuft mit der Menschheit derzeit einen Prozess, der uns helfen soll, genau dies zu tun, der Welt und der Sünde zu sterben. Lasst uns im Vertrauen auf seine Führung in diesem Prozess weitergehen und sehen, wie der Priester Adam in uns immer kräftiger wird!
Bildquelle: Pixabay.de
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