#36 Balak – „Balak“

Balak
4. Mose 22,2-25,9
Micha 5,6-6,8; Matthäus 21,1-11
Die Lesung Balak ist ein gutes Beispiel für das Prinzip, dass ein unverdienter Fluch nicht eintrifft.
Wie ein Sperling davonflattert und eine Schwalbe wegfliegt, so ist ein unverdienter Fluch: Er trifft nicht ein. (Sprüche 26,2)
Doch wie ist dieser Zustand zu erreichen?
Die Angst von Balak und die Flüche Bileams
Es heißt in der Lesung, dass Balak sah, was Israel den Amoritern getan hatte. In der Folge fürchtete er sich, dass Moab ein ähnliches Schicksal ereilen würde (Vgl. 4. Mose 22,2-4). Wir wissen, dass diese Angst völlig unbegründet war.
Dennoch sandte er zu Bileam, einen in seiner Zeit berühmten Wahrsager und Zauberer, welcher Israel verfluchen sollte.
Wir kennen die Geschichte. Bileam versuchte drei Mal Israel zu verfluchen, doch aus seinem Mund kamen ausschließlich Segnungen.
Wir wollen uns im Folgenden einige Bestandteile der Segnungen anschauen, die Bileam äußerte. Letztlich gab er im Wesentlichen das wieder, was er sah.
In seiner ersten Segnung sprach Bileam:
Denn von den Felsengipfeln sehe ich ihn, und von den Hügeln schaue ich ihn. Siehe, ein Volk, das abgesondert wohnt und nicht unter die Heiden gerechnet wird. (4. Mose 23,9)
Bileam sah ein Volk, welches sich von den Heiden abgesondert hatte und nicht unter sie gerechnet wurde. Israel erschien Bileam als Nation, welche den Weg der Heiden nicht gelernt hatte (Vgl. Jeremia 10,2).
Weiterhin sprach der von Balak engagierte Zauberer in der zweiten Segnung:
Er schaut kein Unrecht in Jakob, und er sieht kein Unheil in Israel. YHWH, sein Gott, ist mit ihm, und man jubelt dem König zu in seiner Mitte. (4. Mose 23,21)
Israel war auf YHWH ausgerichtet und jubelte seinem König, welcher mitten unter ihnen war, zu. Weder Gott noch Bileam konnten ein Unrecht in Israel erblicken, beide sahen ein reines und heiliges Volk.
In seiner letzten Segnung sprach Bileam Folgendes:
Wie schön sind deine Zelte, Jakob, deine Wohnungen, Israel! Wie Täler sind sie ausgebreitet, wie Gärten am Strom, wie Aloebäume, die YHWH gepflanzt hat, wie Zedern am Wasser. Wasser wird aus seinen Eimern fließen, und sein Same wird sein in großen Wassern. Sein König wird höher sein als Agag, und sein Reich wird erhöht sein. Gott hat ihn aus Ägypten geführt, seine Kraft ist wie die eines Büffels. Er wird die Heiden, seine Widersacher, fressen und ihre Gebeine zermalmen und sie mit seinen Pfeilen niederstrecken. (4. Mose 24,5-8)
Im Grunde sah Bileam eine Vision von Israel im Garten Eden. Obwohl sich das Volk mitten in der Wüste befand, war es von einem geistlichen Garten Eden umgeben, den Bileam in seiner Vision wahrnehmen konnte.
Das gerechte Volk ist geschützt
An Hand der Weissagungen Bileams können wir sehen, dass es unmöglich ist, einem Volk, welches im Einklang mit YHWH lebt, nachhaltig zu schaden. Das heißt nicht, dass diesem Volk unliebsame Erfahrungen erspart bleiben. Aber es wird niemals von seinen Feinden überwunden werden.
Balak engagierte den mächtigsten Zauberer seiner Zeit, weil er sich sicher war, dass seine Flüche eintreffen würden (Vgl. 4. Mose 22,6). Doch tatsächlich hatte er YHWH nicht auf der Rechnung. Kein einziger Versuch Israel auf diese Weise zu schaden, führte zum Erfolg.
Dennoch hatte Bileam eine Idee, wie Balak den Kindern Israels doch noch etwas anhaben konnte. Indem er sie durch moabitische Tempelhuren zum Götzendienst verführte, wurde Israel geschwächt und vom Schutz YHWH’s getrennt.
In der Folge starben 24.000 Menschen an einer Plage, die im Lager wütete (Vgl. 4. Mose 25,9). In der letzten Konsequenz waren es weder die moabitischen Töchter, noch Bileam oder Balak, die Israel schadeten. Es war das Volk selbst, welches von den Geboten Gottes abwich und sich auf den Götzendienst und die Unzucht der Moabiterinnen einließ.
Israel in der Endzeit
Am Ende der Tage wird Israel vielen Verführungen ausgesetzt sein. Jeschua warnte uns als seine Jünger eindringlich davor, diesen zu widerstehen.
Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt acht, dass euch niemand verführt! (Matthäus 24,4)
Wie wir am Beispiel der Lesung Balak sehen, kann Israel niemand etwas antun, so lang es dem Schöpfer von Himmel und Erde treu bleibt und auf Ihn ausgerichtet ist. Sobald der Fokus sich aber von ihm weg verschiebt, steht auch das vormals treueste Volk ohne Schutz in der Drangsal.
Unsere vordringlichste Aufgabe in Hinblick auf die Drangsal und die Endzeit sollte also darin bestehen, dass wir uns komplett auf Jeschua ausrichten und diesen Fokus auf ihn niemals verlieren.
Wenn uns dies gelingt, haben wir einen Garten Eden um uns, in dem wir versorgt und beschützt sind. Und das ist völlig unabhängig von den Entwicklungen, die die Welt gerade nimmt.
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