Was ist der Zweck einer Hungersnot aus YHWHs Sicht, ein Wortstudium

Genesis 44-47 liefert uns die Einzelheiten der Wiedervereinigung Josefs mit seinen Brüdern und die Ansiedlung der Familie Israels in Goschen im Land Ägypten (Mizraim). Dieser gesamte Abschnitt gibt uns einen starken prophetischen Einblick in eine zukünftige Wiedervereinigung des gesamten Hauses Israel, aber auch über Josefs Rolle, die hier eine doppelte ist! Wir erhalten nicht nur einen Einblick in die Versöhnung zwischen Judah und Josef, sondern mit Josef als Schattenbild des Messias erhalten wir auch Einblicke, wie Israel inmitten des kommenden Unheils gerettet wird bzw. überleben wird, indem es sich demjenigen nähert, der in der Lage ist, es zu bewahren und zu beschützen: YHWH!
Der Name der Torahportion, in der der Vorgang platziert ist, ist Vayigash, es stammt von der Wurzel (#5066) nagash (Nun, Gimmel Shin), das nahen, sich nähern, ein Gefühl von Intimität, aber auch Raum geben, zurücktreten, um Platz für etwas zu schaffen, bedeuten kann. Man kann sich niemals YHWH nähern und diesen vertrauten Umgang mit Ihm haben, ohne bereit zu sein, Ihm Platz zu machen, selbst zurückzutreten, innerlich abzunehmen, damit Er wachsen kann! *Es ist kein Zufall, dass der Ort, an dem Israel eingepflanzt wird, um die Hungersnot zu überleben, Goshen ist (#1657, Gimmel, Shin, Nun), was mit genau denselben Buchstaben geschrieben wird – nur in anderer Anordnung.
Um diese Schattenbilder richtig einordnen zu können, müssen wir ein Verständnis für die Umstände bekommen – nämlich für die Hungersnot!
Alles hat seine bestimmte Stunde, und jedes Vorhaben unter dem Himmel hat seine Zeit. (Prediger 3,1)
Auch die Hungersnot hat einen Zweck … aber welchen? Und wenn wir ihren Zweck verstehen, können wir dann vielleicht besser vorbereitet und ausgerüstet sein für diese Zeiten? *Es ist wichtig anzumerken, dass Zeiten der Hungersnot immer wieder eine Schlüsselrolle bei der Formung Israels spielten! Alle Patriarchen erlebten Hungersnöte! Es gab eine Hungersnot zu Abrams Zeit (1. Mose 12,10), zu Isaaks Zeit (1. Mose 26,1) und natürlich zu Jakobs Zeit (1. Mose 42,5), in den Tagen von Rut und Boas (Rut 1,1), in den Tagen von König David (2. Samuel 21,1), in den Tagen des Elias (1. Könige 18,2), in den Tagen des Elisa (2. Könige 8,1), und noch viele mehr!
Und natürlich Amos 8,11: Siehe, es kommen Tage, spricht Adonai YHWH, da werde ich einen Hunger ins Land senden; nicht einen Hunger nach Brot, noch einen Durst nach Wasser, sondern danach, das Wort YHWHs zu hören.
Strong’s #7458 ra’av (Resh, Ayin, Beit): Hungersnot, Hunger; von #7456 ra’ev, hungrig sein, gefräßig sein. Wenn man dieses Wort auseinander nimmt bis auf die Ursprungswurzel, dann bildet es die Wurzel Resh Ayin – das Wort „ra“, das oft als böse verstanden wird. Ein eher hebräisches Verständnis wäre allerdings Dysfunktion, etwas, das nicht in der Weise funktioniert, wie es geschaffen wurde (das ist das Gegenteil von tov, “gut”, etwas, das so funktioniert, wie es von der Schöpfungsordnung her beabsichtigt und geschaffen wurde!). Diese Wurzel also, Resh Ayin, ist mit dem Beit (= Haus) verbunden.
*Könnte der Zweck der Hungersnot darin bestehen, eine Funktionsstörung im Haus Israel aufzudecken? Ist es vielleicht das Ziel, dass die Hungersnot ein Katalysator wird, der ein Feuer im Haus entfacht, so dass es beginnt, in der Weise und in der Rolle zu funktionieren, zu der es ursprünglich berufen ist? Dieselbe Wurzel bildet auch #7452 „rea“ (Resh, Ayin): schreien, brüllen.
Micha 4,9-10: Was schreist du aber jetzt so laut? Ist kein König bei dir? Sind deine Ratsherren umgekommen, dass dich Wehen ergriffen haben wie eine Gebärende? Winde dich und brich in Geschrei aus, du Tochter Zion, wie eine Gebärende; denn nun musst du aus der Stadt hinausziehen und auf dem Feld wohnen und nach Babel wandern!
*Rea’ – ein spezifischer Schrei, der mit den Wehen verbunden ist, um Zion hervorzubringen, die Erlösung des ganzen Hauses, damit diese Gruppe von Menschen in der Lage und fähig ist, so zu funktionieren, wie YHWH es für Zion vorgesehen hat, wie Israel eben funktionieren soll! Könnte die Hungersnot also eine Rolle bei der Geburt des Hauses Israel spielen? Solange wir, das endzeitliche Israel, nicht so funktionieren, wie der Vater es für uns vorgesehen hat, ist es auf eine Weise so, als ob Israel in gewisser Weise gar nicht existieren würde! Doch die Zeiten der Hungersnot sind dazu da, uns in die entsprechende Rolle und Identität zu bringen, in die Identität, die uns zugedacht ist von langer Zeit her!
Zion: Strong’s #6726 Ziyon ( Zadei, Yod, Waw, Nun), ausgedörrter Ort (Trockenheit, Dürre), aber es ist auch eng verwandt mit dem Wort Ziyun, Wahrzeichen, Wegweiser, Säule, Denkmal – der Name Zion spricht von der Mühsal inmitten der Hungersnot (ausgedörrter Ort), die zu einem Wegweiser/Monument wird, das uns die Richtung auf unserer Reise aufzeigt!
*Die Hungersnot ist also dazu da, das Haus zu lenken und sicherzustellen, dass wir auf dem Kurs bleiben, der für uns festgelegt wurde! Gematria von Ziyon = 156, das gleiche wie Joseph (= YHWH hat hinzugefügt, erhöht, oder wird wieder tun)! Joseph erklärt inmitten der Hungersnot, dass YHWH immer noch in der Lage ist zu vermehren, und er wird es wieder tun, und deshalb bemüht sich Ziyon auch, aus dem ausgetrockneten Ort herauszukommen!
Das gleiche Schattenbild in Bezug auf die Zeiten der Hungersnot wiederholt sich im Wort immer und immer wieder! Abram geht mitten in der Hungersnot nach Ägypten und verlässt es mit Reichtum und Ansehen. Isaak geht nach Gerar, wo er reich und mächtig wird. Mitten in der Hungersnot wird Joseph wieder mit seinen Brüdern vereint und rettet das ganze Haus. Aufgrund der Umstände von Hungersnot wird Ruth wieder in Israel eingepfropft (die Erlösung der abtrünnigen Zweige von Abrahams Neffen Lot)!
*In jedem dieser Szenarien ist es die Hungersnot, die von YHWH dazu benutzt wird, die Tatsache zu offenbaren, dass Einzelne nicht die volle Kapazität ihrer Berufung erfüllten und dann in eine Position gebracht wurden, so dass sie dann in der Lage waren, genau dies zu tun! Das schmälert nicht die Härte oder die Schwierigkeit, sich inmitten der Hungersnot zu befinden, aber es wird eine mächtige Quelle der Hoffnung, wenn wir verstehen, was YHWH inmitten der Hungersnot beabsichtigt!
Wenn wir weiter graben, finden wir dieselben Buchstaben, die ra’av/Hungersnot bilden, neu angeordnet zu dem Wort ‘abar (#5674-5676): durch oder über einen Übergang gehen, auch die Vorstellung vermitteln, im Gegensatz oder sogar in Opposition zu stehen – das ist die Wurzel des Wortes Hebräisch/Ivriy!
*Könnte es ein weiterer Aspekt dessen sein, was es wirklich bedeutet, ein Ivrit/Hebräer zu sein, der in der Lage ist, inmitten der Hungersnot „durchzukommen“ (zu überleben)? Aber nicht nur zu überleben, sondern sich der Hungersnot tatsächlich entgegenstellen?
Das ist der eigentliche Grund, warum YHWH Zeiten von Hunger erlaubt, er will euch provozieren und diejenigen aufwecken, die lernen sollen, standhaft zu bleiben. In dieser Zeit der Reife wird auch das ganze Haus geeint! Es ist wichtig zu erkennen, dass die Hungersnot eine physische Manifestation von etwas ist, das bereits im Geistlichen stattgefunden hat! Eine Hungersnot an Brot deutet auf eine Hungersnot des lebendigen Wortes hin! Dies ist gleichzeitig ein wichtiger Hinweis für eine kommende Hungersnotzeit. Wird das lebendige Wort studiert und verbreitet, hat das auch Auswirkungen auf die physische (drohende) Hungersnot.
Die erste Erwähnung des Wortes Hungersnot findet sich in Genesis 12,10:„Und es entstand eine Hungersnot im Land.“ Vayehi ra’av ba’aretz. Vayehi wird hier mit „Und es war“ übersetzt, aber es kann auch genauso gut übersetzt werden mit „und es kam zu einer (Hungersnot)“. Die Rabbiner selbst erkennen an, dass sich dies nicht nur auf eine Hungersnot an physischer Nahrung, sondern auch auf eine Hungersnot in Bezug auf die Anwesenheit YHWHs bezieht – ein Mangel an Glauben im Land!
*Es gibt eine Hungersnot in Bezug auf Seine Gegenwart, wenn wir nicht bereit sind, IHM Raum zu geben, zurückzutreten, Platz für IHN zu machen! Jetzt können wir verstehen, was es bedeutet, ein Hebräer zu sein – inmitten der Hungersnot im „Widerstand“ zu stehen! Mitten in der Dürre, wenn es so aussieht, als ob nichts produziert werden kann, wirst du ein Josef sein und arbeiten und sehen, wie etwas produziert wird.
*Gematria der Hungersnot/ra’av = 272, die gleiche Zahl wie für Cherubim, die den Baum des Lebens bewachen und die Gegenwart YHWHs auf der Arche (Bundeslade) thronen ließen! Wenn alle anderen hin und her rennen, und die schmerzliche Hungersnot um sich greift, und der Glaube vieler erkaltet, bist du berufen, wie die Cherubim zu sein, die die den Weg des Baumes des Lebens bewachen, die die Gegenwart YHWHs inthronisieren … und verkünden!
übersetzt und zusammengefasst von Rivkah
Original: Brittney Scott
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