B’ney Yosef National Congress in Ariel – Teil 4
Es herrscht Krieg! Krieg um unsere Herzen.
Das große Ziel ist, dass Sein Königreich wiederhergestellt wird. Damit das geschehen kann, müssen Juda und Ephraim wieder EINS werden. Das ist eine riesige Aufgabe und Herausforderung. Doch es ist prophezeit (Hes 37,15ff) und insofern wird es passieren.
Eine Frage ist dabei: Passiert es “automatisch”? Wird Yeshua alles vollbringen, wenn Er wiederkommt? Oder sind wir nicht ganz praktisch darin gefordert, konkrete Schritte zu unternehmen?
Eine Redewendung beschreibt den Unterschied zwischen Juden und Christen sehr gut: Der Messias wird kommen und den Ölberg zerteilen. Wie gehen Christen und Juden damit um? Christen beten, dass der Messias bald kommt. Juden fangen an, am Ölberg zu graben, damit es der Messias etwas einfacher hat und der Weg schon etwas vorbereitet ist.
Sicherlich ist das Geistliche und das Praktische notwendig. Aber wir müssen verstehen, dass wir stark von der Christen-Sicht geprägt wurden und es wichtig ist, andere Sichtweisen kennenzulernen und zu leben.
Absalom und dein Herz
Absalom, der Sohn von König David, rief eine große Rebellion hervor. Seine Strategie war nicht nur genial, sie war – so war es die Meinung von einigen auf dem Kongress – auch prophetisch:
2.Sam 15,2-6: Und Absalom machte sich am Morgen früh auf und stellte sich neben dem Torweg auf; und es geschah, wenn jemand einen Rechtsstreit hatte, so dass er zum König vor Gericht kommen musste, so rief ihn Absalom zu sich und fragte ihn: »Aus welcher Stadt bist du?« Antwortete er dann: »Dein Knecht ist aus einem der Stämme Israels«, so sprach Absalom zu ihm: »Siehe, deine Sache ist gut und recht, aber beim König ist niemand, der dir Gehör schenkt!« Und Absalom sprach: O dass man doch mich zum Richter im Land einsetzte, damit jedermann zu mir käme, der einen Rechtsstreit und Rechtshandel hat; ich würde ihm zu seinem Recht verhelfen! Und es geschah, wenn jemand kam, um sich vor ihm niederzuwerfen, so streckte er seine Hand aus, ergriff ihn und küsste ihn.
Absalom verschaffte sich Gehör beim Volk – speziell bei den Bewohnern des Nordreiches. Bevor sie zum König kamen, fing er sie ab und umgarnte sie.
Es ist extrem markant, was bei den Leuten dabei passierte:
2.Sam 15,6: So machte es Absalom mit allen Israeliten, die zum König vor Gericht kamen; und so stahl sich Absalom die Herzen der Männer von Israel.
Absalom stahl die Herzen!
Und damit passierte schon im Herzen das, was sich Jahre später auch im Sichtbaren auswirkte. Es war also wie ein Fluch, der sich erfüllte:
1.Kö 12,16+19+27: Als nun ganz Israel sah, dass der König ihnen kein Gehör schenkte, antwortete das Volk dem König und sprach: Was haben wir für einen Anteil an David? Wir haben kein Erbteil an dem Sohn Isais! Auf, Israel, zu deinen Zelten! Sorge du nun für dein Haus, David! — So ging Israel zu seinen Zelten. […] So fiel Israel ab vom Haus Davids bis zu diesem Tag.(27) Wenn dieses Volk hinaufziehen wird, um im Haus des Herrn in Jerusalem Opfer darzubringen, so wird sich das Herz dieses Volkes wieder zu ihrem Herrn wenden, zu Rehabeam, dem König von Juda; ja, sie werden mich töten und sich wieder Rehabeam, dem König von Juda, zuwenden!
Die Teilung zwischen Juda und Ephraim war also eine Folge dieses Fluches.
Die zehn Stämme aus dem Norden Israels lehnten sich gegen den König Israels – aus dem Stamm Juda – auf und rebellierten gegen ihn.
Die Teilung zwischen Juda und Ephraim
Hier finden wir also entscheidende Ereignisse in der Geschichte Israels. Absalom hat es angefangen. Und nach dem Tod Salomos offenbarten sich die Herzen des Volkes.
Es entstand eine riesige Kluft zwischen Juda und Ephraim, die bis in die heutige Zeit deutlich sichtbar ist. Der Absalom-Fluch ist weiterhin am Wirken.
Denn genauso wie es damals Absalom gab, der die Herzen des Nordreiches weg von Juda stahl, gibt es auch heute viele Strömungen, die dies bewirken (vielleicht unbemerkt).
Diese Erkenntnis (die in einer Diskussionsgruppe aufbrach) hat mich sehr zum Nachdenken angeregt. Denn unsere Rolle gegenüber Juda ist sehr entscheidend. Welche Schritte gehen wir? Welchen Bewegungen schließen wir uns an? Machen wir als Nordreich wieder unser eigenes Ding (so wie damals unter Jerobeam) oder ist unser Herz darauf gerichtet, die Einheit zum Haus Juda zu suchen?
Ich bete, dass uns die Eifersucht Ephraims nicht dazu bewegt, eigenen Ruhm zu suchen. Ephraims Rolle ist zunächst eine Rolle der Demut:
1.Mo 49,1+8: Und Jakob rief seine Söhne zu sich und sprach: Kommt zusammen, damit ich euch verkünde, was euch in künftigen Tagen [od. in den letzten Tagen] begegnen wird! […] Dich, Juda, werden deine Brüder preisen! Deine Hand wird auf dem Nacken deiner Feinde sein; vor dir werden sich die Söhne deines Vaters beugen.
Was denkst du?
Bald mehr….
Hosea berichtet direkt aus Ariel in Israel vom ersten Kongress des Hauses Josefs in Israel (B’ney Yosef National Congress): Inhalte, Gesprächsthemen und Einschätzungen. Bald gibt es die Vorträge auch online (Homepage wird noch bekannt gegeben).
Über 130 Gläubige aus 12 Nationen treffen sich auf den Bergen Samarias, um das Haus Josef zu rufen.
- Danke und Schalom – von Hosea Ben Zion - 26. Juli 2017
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Ottmar Schaffert
31. Mai 2015 @ 18:25
Ich habe eine Predigt von Daniel Seidenberg angehört, der hat angedeutet , daß als Israel in der Wüste aufbrach immer Juda voranging.
Ebenso beim Krieg.
Israel ist 1948 aufgebrochen, aber es ist nur Juda bis jetzt in das verheißene Land eingezogen.
Wo bleiben die anderen 10 Stämme ?
Hosea
31. Mai 2015 @ 21:56
Ja, Juda hat die Leitung in der Familie Israel. Siehe auch hier:
Juda & Ephraim Teil 1
Die anderen Stämme sind schon am einwandern. Es passiert schon. Wann der große Strom kommt werden wir sehen. Die Frage ist, welchen Weg wir gehen – bzw zu welcher Zeit wir aufbrechen 😉
Susi
1. Juni 2015 @ 9:39
Ja, aber dann braucht es doch eine Änderung der aktuellen Einwanderungsgesetze im Land! Bewegt sich da bereits etwas?
Hosea
1. Juni 2015 @ 9:59
Bisher nicht. Und ich befürchte, dass es auch nicht so schnell passieren wird. Aber es gibt andere interessante Optionen…
Uta Schmidt
1. Juni 2015 @ 10:44
Die Eifersucht muss gut begraben werden und darf nicht wieder auferstehen, sonst sind wir nicht wirklich mit Yeshua gestorben. Mit ihm gestorben zu sein, macht Eifersucht unmöglich. Je deutlicher sein Wesen sich in uns herauskristallisiert desto näher sind wir am Ziel. Weil wir nun sein Leben leben, kann der Feind uns nicht länger betrügen. Wir müssen in der Wüste nicht noch weitere Kreise ziehen, die uns immer wieder an denselben Plätzen ankommen lassen. Ein Zeugnis von uns wird den Juden dann zur Eifersucht reizen, wenn er nicht länger uns vor sich sieht, sondern seinen Messias in uns bemerkt.
Er zeigt sich dort wo er in unserem Leben freie Hand hat. Das Zeichen dafür ist dass wir mit Israel mitzuleiden bereit sind und das auch kein Hindernis für uns darstellt, weiter mit Israel zu gehen. Solidarität mit dem messianischen Leib ist das Indiz dass, wir den Messias nicht vor seinem Volk verbergen um keinen Ärger mit denen zu haben welche sich noch gegen IHN verschworen haben. Ihre Ablehnung mit seinen Jüngern gemeinsam zu ertragen lehrt uns was Einheit in Wahrheit bedeutet. Diese Einheit macht uns erwachsen. Sich ausschliesslich mit den orthodoxen Juden zu verbünden erschiene mir als Verrat. Das Kreuz ist es, das die Stämme Israels endlich sinnvoll vom Fluch zum Segen verwandelt. Und alle Stämme Israels sind soo auf die Führung Gottes angewiesen, dass auch sie sich nun zum Kreuz bequemen müssen welches ihnen derzeit ein sehr grosses Hindernis darstellt. Sind wir bereit das Hindernis in Liebe wirklich zu überwinden. In Liebe, bedeutet hier in diesem Fall, jede Agression in Frieden zu überwinden.
Sind wir bereit Gemeinschaft zu wagen dort wo man uns misstraut?
Gertraud Dautel
25. Februar 2016 @ 14:55
Gestern bekam ich das neueste Heft von “Israek heute”. Da las ich einen verheißungsvollen Artikel.Titel:”Auf der Suche nach dem liebenden Gott” von Aviel schneider u. Esti Eliras.sie schreiben. dass immer mehr jugendliche aus ultraorthodoxen Thoraschulen ihre orthodoxe Umgebung verlassen, dass sichdie Orthodoxie in einer krise befindet-Wörtl:” Wir befinden uns auf einer Reise, auf der wir versuchen, Gott zu ermorden, und zwar den drohenden Gott, den harten Gott, den Gott von texten und Gesetzen! wir suchen einen größeren Gott, einen mit mehr Liebe!” Benny Bollak sagt: “mein Gott ist ein neuer Gott, er begleitet mich, er hat nichts mit dem Gott der jüdischen Orthodoxie zu tun. Früher war Gott für mich immer eine Art Patron u. Eigentümer, mit dem ich keinen Kontakt haben durfte, doch heute habe ich einen direkten Konakt zu Gott, den ich nicht leicht erklären kann.”
– Ich finde es wunderbar, wie der Vater an Seinen kindern arbeitet, nicht nur an uns , sondern auch an unseren großen Brüdern! Ist ER nicht herrlich! ich bin froh und dankbar, das sehen zu dürfen1 ER arbeitet an uns allen, bereitet uns auf die Versöhnung, des Einssein vor! IHM sei alle Ehre!
Schalom! Gertraud
Hosea
28. Februar 2016 @ 9:02
Für mich absolut rätselhaft, wie man so etwas schreiben kann. Jeder, der orthodoxe Juden erlebt und einen Einblick in ihr (Glaubens-)Leben erhält wird sehen, wie lebendig ihr Glaube ist.
Es ist genau das gleiche, wenn Christen auf Gläubige schauen, die nach der Torah leben wollen. Sie wirken gesetzlich und eng. Ich finde es generell traurig, solche Urteil über andere Personengruppen zu fällen.
Ich würde jeden ermutigen, sich persönlich ein Bild von orthodoxen Juden zu machen, bevor man solche Texte glaubt (im Übrigen sind (ultra-)orthodoxe Juden die einzigen, die im Allgemeinen komplett nach der Torah leben wollen). Das sollten wir bei all dem beachten 😉
Wer aus der Ferne einen Einblick in die Welt einer speziellen ultra-orthodoxen Richtung machen möchte… dieser Spielfilm (Hebräisch mit englischem Untertitel) ist absolut empfehlenswert!!!
Reichen Segen,
Hosea
Uta Schmidt
28. Februar 2016 @ 20:47
Ich glaube nicht, dass Gott sich ändern muss. Ich glaube ich brauche Veränderung. Ich bin überzeugt dass Gott auch in seinem Zorn ein liebender Gott ist, nur dass er nicht länger das Verkehrte in mir duldet. Einsicht muss ich zeigen und das alleine stimmt ihn milde und zeigt, dass er nur eines will: retten. Wie kann er retten was widerspenstig ist? Daher muss ich mich auf den Weg machen zu lernen was ihm gefällt und dabei genau auf sein Wohlwollen oder Mißfallen achten bis sich die Beziehung zum Guten gewendet hat. Die Gemeinde hat das Recht mir nur dann Vertrauen entgegenzubringen wenn ich für sie keine Gefahr darstelle, so dass sie verletzlich wird. Ich muss eine Bereitschaft mitbringen der Gemeinde in seiner Einheit zu dienen. Ich bin für Gott da, nicht er für mich. Die Gemeinde in Israel wird über kurz oder lang zusammenwachsen, ganz ohne Respekt vor menschlichen, oder unmenschlichen Barrieren. …..und die Söhne werden sich zu den Vätern wenden und ebenso die Väter zu den Söhnen, weil der Friede so unumgänglich wichtig wird, sodass keiner den anderen mehr entbehren kann und wird.