Das prophetische Bild der blutflüssigen Frau
Das prophetische Bild der blutflüssigen Frau
Matthäus 9,18-22
„Während er dies zu ihnen redete, siehe, da kam ein Vorsteher und warf sich vor ihm nieder und sprach: Meine Tochter ist eben jetzt verschieden; aber komm und lege deine Hand auf sie, und sie wird leben. Und Yeshua stand auf und folgte ihm, und seine Jünger. Und siehe, eine Frau, die zwölf Jahre an Blutfluss litt, trat von hinten herzu und rührte die Quaste seines Gewandes an; denn sie sprach bei sich selbst: Wenn ich nur sein Gewand anrühre, werde ich geheilt werden. Yeshua aber wandte sich um, und als er sie sah, sprach er: Sei guten Mutes, Tochter; dein Glaube hat dich geheilt. Und die Frau war geheilt von jener Stunde an.“
Das Wort YHWHs kann auf vier verschiedenen Bedeutungsebenen, „peschat“, „remes“, „derusch“ und „sod“ betrachtet werden. So wie auch vier verschiedene Evangelien vier verschiedene Seiten von Yeshua aufzeigen und nur in ihrer Gemeinsamkeit die Fülle zeigen.
Peschat bedeutet „wörtliche Erklärung“. Auf dieser Ebene studiert man den Text, indem man ihn einfach nur liest.
Remes bedeutet „andeutender Hinweis“. Der Text weist auf eine tiefergehende Wahrheit hin, als man oberflächlich erkennt.
Derusch bedeutet „Allegorie“, Studien in den Schriften oder anderer Quellen betreiben, den Sinn erforschen.
Sod „Mystischer Sinn“, es werden versteckte Geheimnisse entdeckt, z. B. versteckte Bedeutungen der hebräischen Worte.
Die Anfangsbuchstaben dieser vier Wörter ergeben aneinandergereiht PRDS, das hebräische Wort „pardes“, was Paradies bedeutet.
Heute möchte ich die Geschichte der blutflüssigen Frau auf dem Sod-Level beleuchten.
Die Frau litt schon seit zwölf Jahren an Blutfluss. Die
Länge des Menstruationszyklus beträgt normalerweise zwischen 23 und 35 Tagen. Er bezweckt dabei die Vorbereitung auf eine mögliche Befruchtung. Der Zyklus der Frau beginnt mit dem ersten Tag der Regel und endet am Tag vor der Monatsblutung. In der 1. Zyklusphase reift in einem der beiden Eierstöcke eine befruchtungsfähige Eizelle heran. Während der Eisprungphase wird diese aus dem Eierstock freigegeben und vom Eileiter aufgenommen. Wird die Eizelle nicht befruchtet, kommt es 12 bis 16 Tage nach dem Eisprungtag zur Blutung.
Bei der blutflüssigen Frau funktionierte der Zyklus, ihr Menstruationskreislauf, nicht mehr. Es reifte kein befruchtungsfähiges Ei mehr heran. Und das letzte befruchtungsfähige Ei, das eine Blutung auslöste, lag wohl 12 Jahre zurück und seitdem blutete diese Frau. Die Frau war eindeutig aus einem normalen weiblichen Menstruationszyklus herausgetreten. Die Folge des Verlassens des weiblichen Kreislaufes zog ungeheure Folgen nach sich:
Sie war aufgrund der Unterweisungen YHWHs durch Mose unrein und beständig vom Gottesdienst ausgeschlossen
„Und wenn eine Frau ihren Blutfluss viele Tage außer der Zeit ihrer Absonderung hat oder wenn sie den Fluss über ihre Absonderung hinaus hat, soll sie all die Tage des Flusses ihrer Unreinheit sein wie in den Tagen ihrer Absonderung: Unrein ist sie. (Mt 9,20; Mk 5,25) 26 Jedes Lager, worauf sie alle Tage ihres Flusses liegt, soll ihr sein wie das Lager ihrer Absonderung, und jedes Gerät, worauf sie sitzt, wird unrein sein nach der Unreinheit ihrer Absonderung. Und jeder, der es berührt, wird unrein sein, und er soll seine Kleider waschen und sich im Wasser baden, und er wird bis zum Abend unrein sein“ (3. Mose 15,25-27)
Sie war völlig isoliert und es war kein normaler Umgang mit ihr mehr möglich.
YHWH hat angeordnet, dass es nicht nur einen weiblichen Zyklus gibt, sondern dass sich das gesamte Leben in Kreisläufen vollzieht. Es gibt natürliche Kreisläufe, die Stoffkreisläufe sind, die durch Energieumwandlungen aufrechterhalten werden, wie Kreislauf des Kohlenstoffdioxids, des Wassers oder der Kreislauf des Mondzyklus, der Kreislauf der Jahreszeiten usw. Einen Wochen- und einen Monatskreislauf, den Kreislauf des Lebens und des Todes, usw.
Auch in der Nachfolge Yeshuas gibt es festgesetzte Kreisläufe. So heißt es in Psalm 23,3: „Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.“ Im Hebräischen heißt es nicht „auf rechter Straße“, sondern in Kreisläufen (ma’gal) der Gerechtigkeit.
Welches sind nun diese Kreisläufe der Gerechtigkeit?
Es gibt den Schöpfungskreislauf mit sechs Arbeitstagen und dem Schabbat als Ruhetag. Schabbat heißt von der hebräischen Bedeutung her: aufhören.
Auf diesem Schöpfungskreislauf im Verhältnis 6:1 bauen die anderen Kreisläufe auf: Schmitta und Jubeljahre mit all den entsprechenden Anweisungen. Dann gibt es den Kreislauf Seiner (!!!) Feste, wie im 3. Mose 23 dargelegt. Den Kreislauf des Mondes, verknüpft mit Seinen Festen sowie den Kreislauf „Rosh Chodesh“.
In diesen Kreisläufen der Gerechtigkeit zu wandeln bringt Leben, wie YHWH immer und immer wieder gesagt hat:
„Siehe, ich lege dir heute das Leben und das Gute vor, den Tod und das Böse. Dies ist’s, was ich dir heute gebiete: dass du YHWH, deinen Elohim, liebst und wandelst in seinen Wegen und seine Gebote, Gesetze und Rechte hältst, so wirst du leben und dich mehren, und YHWH, dein Elohim wird dich segnen in dem Lande, in das du ziehst, es einzunehmen. Wendet sich aber dein Herz und du gehorchst nicht, sondern lässt dich verführen, dass du andere Götter anbetest und ihnen dienst, so verkünde ich euch heute, dass ihr umkommen und nicht lange in dem Lande bleiben werdet, in das du über den Jordan ziehst, es einzunehmen. Ich nehme Himmel und Erde heute über euch zu Zeugen: Ich habe euch Leben und Tod, Segen und Fluch vorgelegt, dass du das Leben erwählst und am Leben bleibst, du und deine Nachkommen, dass du YHWH, deinen Elohim, liebst und seiner Stimme gehorchst und ihm anhangest. Denn das bedeutet für dich, dass du lebst und alt wirst und wohnen bleibst in dem Lande, das YHWH deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen hat, ihnen zu geben.“ (5. Mose 30,15-20)
Der Wandel in Seinen Geboten, Gesetzen und Rechten in Yeshua, der der Gesetzgeber ist, ist ein Kreislauf des Lebens: „Einer nur ist der Gesetzgeber, der die Macht hat, zu retten und zu verderben; wer bist du, dass du den anderen richtest?“ (Jakobus 4,12) Wer rettet? Das ist Jeshua. Und er ist auch der Gesetzgeber.
Yeshua sagt: „Liebt ihr mich, so haltet meine Gebote.“ (Johannes 14,15) und er führt ferner aus in Matthäus 5,18-19:“Denn ich sage euch wahrlich: Bis dass Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel vom Gesetz, bis dass es alles geschehe. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute also, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich, wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.“
Die große Frage ist, ist die blutflüssige Frau, die außerhalb des normalen biologischen Kreislaufes einer Frau geraten ist, ein Bild für einen Gläubigen oder Gemeinden, der/die außerhalb der Kreisläufe der Gerechtigkeit geraten ist/sind?
Wenn wir uns anschauen, w a n n die blutflüssige Frau geheilt worden ist, finden wir d e n Schlüssel zur Beantwortung dieser Frage.
Die blutflüssige Frau wurde geheilt, als sie im Glauben die Zizit von dem Tallit von Yeshua berührte. Es gibt keine Zufälle, sie hat Yeshua nicht irgendwo berührt, sondern die Zizit. Wofür stehen die Zizit?
Sie stehen als Gedächtnisstütze für die Gebote YHWHs: „Damit ihr sie seht und euch an alle Gebote des Ewigen erinnert und sie erfüllt.“ Und sie sind ein versteckter Hinweis auf die Anzahl der Mizwot Die Addition der Buchstaben des Wortes „Zizit“ (90+10+90+10+400) ergibt den Zahlenwert 600. Der einzelne Zizit besteht aus acht Fäden, die der Länge nach fünf Knoten haben – insgesamt also 613.
Und als die blutflüssige Frau das Symbol, das zur Erinnerung für die Gebote steht, berührt“, wird sie geheilt. Sie hat Yeshua den Gesetzgeber berührt, der rettet und heilt. (Jakobus 4,12) Damit die Gemeinde heute heil wird, braucht sie die Berührung mit Yeshua, dem Gesetzgeber. Sie muss verstehen, dass das Gesetz der Sünde und des Todes für sie in Yeshua keine Gültigkeit mehr hat. Weil per Definition Sünde Übertretung der Torah ist. Jeder, der Sünde tut, begeht damit auch Gesetzlosigkeit, und die Sünde ist die Gesetzlosigkeit (=Torahlosigkeit). Sie muss verstehen, dass wir befreit sind vom Gesetz der Sünde und des Todes, aber nicht davon, in Seiner Gesetzgebung, der Konstitution Seines Königreiches zu wandeln.
Die Erwähnung, dass sie 12 Jahre lang krank gewesen ist, stellt einen Bezug zu dem Volk der Israeliten dar, zu den 12 Stämmen.
Die blutflüssige unreine Frau ist ein prophetisches Bild für diejenigen, die aus Seinen Kreisläufen herausgetreten sind und sich durch heidnische Elemente in der Gottesanbetung verunreinigt haben. Heute kehren viele Gläubige, ja ganze Gemeinden, weltweit zu Seinen ganzen Unterweisungen zurück und werden heil und erkennen, dass sie genau unter folgende Aussage fielen:
„Wenn ich ihm auch noch so viele meiner Gebote aufschreibe, so werden sie doch geachtet wie eine fremde Lehre.“ (Hosea 8,12) Es ist eine Bußbewegung im Gange, weltweit, wo erkannt wird: „Den (Yeshua) muss freilich der Himmel aufnehmen bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge, von denen Gott durch den Mund seiner heiligen Propheten von jeher geredet hat.“ (Apostelgeschichte 3,20) Wir leben in der Zeit der Wiederherstellung aller Dinge, die Heilung und Reinheit bringt! Und wo stehen diese Dinge? In seinen heiligen Propheten von jeher, d. h. in der Torah!
Emuna
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Ottmar / Nazarim
11. Dezember 2019 @ 8:18
Shalom,
ich habe ein Problem mit der Aussage, dass Jeshua der Gesetzgeber ist.
Meine Erkenntnis ist die, dass nur Jahwe das ist.
Denn in Philipperbrief Kapitel 2 Vers 6 – 8 steht
denn obwohl er sich in der Gestalt von Jahwe befand wollte er dennoch nicht an dieser Gottesgleichheit festhalten vielmehr entäuserte er sich und nahm Sklavengestalt an und dem Menschen ähnlich und im Äußeren als Mensch erfunden erniedrigte er sich und wurde gehorsam bis zum Tod am Holz.
Das bedeutet er äußerte sich nicht mit eigenen Worten oder Meinungen, sondern jede Handlung die er machte ist er eine gewesen mit der Meinung von Jahwe.
Auch jeder Prophet sagte nur die Worte von Jahwe, denn sonst wurde er gesteinigt.
Laut Mose ist Jeshua auch ein Prophet gewesen.
Ottmar/Nazarim
emuna
11. Dezember 2019 @ 8:33
Schalom Ottmar,
danke für deinen Kommentar. Es heißt im Wort YHWHs:
„Einer nur ist der Gesetzgeber, der die Macht hat, zu retten und zu verderben; wer bist du, dass du den anderen richtest?“ (Jakobus 4,12) Wer hat denn die Macht zu retten? Y’shua (shua=retten) und dieser, so Yakobus, ist der Gesetzgeber!
Viel Segen!
Lichtner
6. November 2020 @ 20:24
Hallo Emuna,
ich bin Christin und verstehe seit einiger Zeit nicht:
– Ich bin doch dem Gesetz und der Sünde gestorben mit Christus, wie kann ich dann in dieser Gesellschaft (Arbeit, christl. Feiertage, Samstagarbeit usw.) die Festzeiten von Gott halten?
– Ich verstehe viele Vorschriften gar nicht aus der Bibel
– Lt. Derek Prince (bekannter Bibelprediger)müsste ich alle Gesetze komplett und richtig halten/ Man kann also nur unter der Gnade oder dem Gesetz fallen..!
– Ich habe es wirklich versucht und nicht hinbekommen; den Sabbat zu halten, ständig irgendetwas falsch gemacht und ich habe daran gemerkt, daß ich das “Liebende Gebot” mit Füßen getreten habe, weil mein Fleisch alles daran gesetzt hat und ich wieder sündigen musste und ich am Ende total gestresst war.. das ist kein Witz! Ich leide darunter.
Ich finde Ihre Ausführungen zu diesem ultra wichtigen Thema nicht gerade aufschlussreich, es gibt ganze Bände von Büchern und ich dachte es nach Derek Prince verstanden zu haben.
Shalom.
Gwendolin
emuna
9. November 2020 @ 7:25
Danke für Ihren Kommentar.
Wir sind dem Gesetz der Sünde und des Todes gestorben, d. h. per Definition ist SündeÜbertretung der Torah. Und wenn wir sündigen, müssten wir alle sterben. Durch Yeshuas Opferam Kreuz müssen wir nicht mehr sterben. Wir sind alle aus Gnade errettet, aber nach der Errettung erhalten wir die Unterweisungen des Königreiches(Torah). Torah heißt nicht Gesetz, sondern Unterweisung. Das sind die Unterweisungen des Vaters für seineKinder.Die Israeliten waren auch aus Gnade errettet worden und haben dann am Berg Sinai die Richtlinien des Königreichesbekommen.Der Schabbat ist das Zeichen zwischen YHWH und uns. Und alle Feste (Mose 23,3) sind ein Zeichen hin auf Yeshua.
Und noch ein Gedanke: Es gibt nie einen gesetzesfreien Raum. Man hält immer Gesetze. Es ist nur die Frage, welcheGesetze man hält. Seine oder andere? Sonntagsheiligung ist auch ein Gesetz, aber der römisch-katholischen Kirche, die gesagt hat,sie habe die Macht, den Schabbat durch den Sonntag zu ersetzen.
Die Gnade war auch im sogenannten Alten Testament da, wie im Neuen. YHWH ist derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit.
ein herzliches Schalom