Besonderes zum Jahresbeginn der Erlösten
Auch wenn mit dem Beginn des Jahres am ersten Tag im Monat Abib keine Festlichkeiten verbunden sind, stellt dieser Tag eine wichtige Zäsur dar und ist deshalb von großer Bedeutung. Egal, nach welchem weltlichen Kalender ein Mensch vorher gelebt hat, gibt ihm JHWH mit dem geistlichen Neuanfang auch einen neuen Kalender, der mit Seinem Erlösungs- bzw. Heilsplan eng verknüpft ist. JHWHs Kalender ist sozusagen der Kalender der Erlösten, der Kalender Seines Volkes, ein weiteres Zeichen dafür, dass sie von den Völkern und von der Welt abgesondert sind.
Die Tatsache aber, dass dieser Tag nicht in außergewöhnlicher Form hervorgehoben wird, mag vielleicht Bewahrung sein, weil uns unser himmlischer Vater keinen Sylvester-Ersatz liefern möchte. So wie aus hebräischer Sicht nicht der Geburtstag besonders betont und gefeiert wird, weil es auf das gelebte Leben selbst und den Ausgang dieses Lebens ankommt, so mag dies auch bzgl. des Jahresbeginns ein Hinweis darauf sein, dass es auf unseren Wandel im neuen Leben als Erlöste ankommt und welchen Ausgang unser Leben nimmt.
Nichtsdestotrotz zeigt uns die Schrift, dass dieser Tag von Bedeutung ist, denn an ihm wird ein besonderes Opfer dargebracht:
So spricht Adonai JHWH: Am ersten Tag des ersten Monats sollst du einen makellosen jungen Stier nehmen und das Heiligtum entsündigen. Und der Priester soll von dem Blut des Sündopfers nehmen und es an die Türpfosten des Hauses tun und auf die vier Ecken des Absatzes am Altar und an die Torpfosten des inneren Vorhofs. So sollst du es auch am Siebten des Monats machen, für den, der aus Versehen oder aus Unwissenheit gesündigt hat; und so sollt ihr für das Haus Sühnung erwirken. (Hes 45,18-20)
Erstaunlich ist, dass dieses zusätzliche Opfer nochmals am siebten Tag des ersten Monats dargebracht wird, um möglicherweise die Vollkommenheit bzw. den Abschluss der Sühnung zu verdeutlichen. Diese Anweisung einer zusätzlichen Opfergabe zum Jahresbeginn erfolgt aber erst für den künftigen Tempel, denn in den fünf Büchern Mose finden wir dazu nichts. Nur die folgende kleine Anmerkung in 5. Mose 16,1 hebt den Beginn eines Jahres hervor:
Halte den Monat Abib …
Im Hebräischen steht dort: „Shamor AlephTaw-Chodesh HaAviv“. „Shamor“ kommt von dem Verb „shamar“ was laut Schlüsselnr. der Elberfelder Studienbibel 8363 folgende Bedeutungen haben kann: hüten, bewachen, beobachten, bewahren, beachten, halten, sorgfältig tun.
Aus der Welt kennen wir die Auflistung wichtiger historischer Ereignisse zu einem bestimmten Datum im Jahr, die in vergangenen Jahren an diesem Jahrestag stattgefunden haben. Ein solches wichtiges historisches Ereignis wird uns in Genesis 8,13 berichtet:
Und es geschah im sechshundertsten (Lebens-)Jahr (von Noah), am ersten Tag des ersten Monats, da waren die Wasser von der Erde weggetrocknet. Und Noah entfernte das Dach von der Arche und schaute, und siehe, die Fläche des Erdbodens war trocken!
Ein weiterer Jahrestag steht in Exodus 40,2 (s. auch Vers 17):
Am ersten Tag des ersten Monats sollst du die Wohnung, die Stiftshütte, aufrichten.
In Vers 33 heißt es dann, dass Mose das Werk (des Aufbaus der Wohnung) vollendete. Und im Anschluss bedeckte die Wolke das Zelt der Zusammenkunft und die Herrlichkeit JHWHs erfüllte die Wohnung, so dass Mose nicht in das Zelt der Zusammenkunft gehen konnte (s. Verse 34 und 35).
In 2 Chronik 29,17 ist nachzulesen, dass unter König Hiskia am ersten Tag des ersten Monats begonnen wurde, das Haus JHWHs zu heiligen. Und ebenfalls am ersten Tag des ersten Monats begann der Hinaufzug von Babylon Richtung Jerusalem (s. Esra 7,9). Manchmal lohnt ein Blick auf einen „Jahrestag“, weil es interessante Zusammenhänge aufzeigen kann (Stichworte: sich aufmachen, Aufbau und Heiligung des Heiligtums).
Auch wenn es für diesen Tag keine weiteren Anweisungen gibt, sollten wir uns an ihm bewusst machen, dass er den Beginn des Jahres der Erlösten markiert. Das AlephTaw vor dem Monat in 5. Mose 16,1 ist ein Hinweis darauf, denn es steht für das Lamm Elohims, für Jeschua, der das AlephTaw bzw. das Alpha und das Omega ist (s. Offb 1,11; 21,6; 22,13) und in dem wir die Erlösung haben durch sein Blut (s. Kol 1,14). Durch ihn und sein für uns vergossenes Blut wird der Beginn der neuen Zeitrechnung für unsere Leben markiert. Dazu mussten bzw. müssen wir unser Herz öffnen, uns aufmachen und heiligen, und so werden wir zu einer Wohnstätte des Vaters im Himmel und Seines Sohnes, die mit Seiner Herrlichkeit erfüllt wird, um Seine Zeugen in dieser erlösungsbedürftigen Welt zu sein.
Schalom
Michael
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