Hat Yeshua das Gesetz hinweggetan?
Hat Yeshua das Gesetz hinweggetan?
Wer von uns kennt nicht diese Aussage, dass Yeshua das Gesetz hinweggetan hat! Oder das fast mit dem Zeigefinger erhobene „Du bist aber gesetzlich!“ oder „Pass bloß auf, dass du nicht wieder unter das Gesetz kommst!“. Und wer will denn schon gesetzlich sein. Und schließlich leben wir im Neuen Bund, der von der Gnade Yeshuas gekennzeichnet ist. Zurück in den alten Bund? Nie und nimmer.
Was all diese Aussagen zeigen, dass ein tiefes Verständnis für den Bundesschluss verlorengegangen ist. Wenn sich heutzutage jemand zu YHWH kehrt, spricht man eigentlich auch nie davon, dass derjenige in ein Bündnis eintritt. Da geht es dann um die Errettung und die Begnadigung durch Yeshua und das war es dann!
Aber worum geht es wirklich?
Das Bündnis
Man kann das Angebot YHWHs, in ein Bündnis mit ihm einzutreten, nur verstehen, wenn man sich mit dem Charakter eines Bündnisses beschäftigt. Wie wurden Bündnisse in den damaligen Zeiten geschlossen? YHWH hat Seinem Volk einen Bündnisschluss angeboten, wie es damals überall im Nahen Osten üblich war. Jeder, auch außerhalb des Bündnisses mit YHWH Stehende, konnte die Sprache eines Bündnisses verstehen.
Es gab denjenigen, der ein Bündnis anbot. Er stellte sich in dem Bündnisvertrag seinem potentiellen Bündnispartner vor: Wer er war, was er alles vollbracht hat und welche Bedingungen er an ein Bündnis stellte und welche Zusagen, wie Schutz, Versorgung usw., er für seinen Bündnispartner anbot, wenn dieser sich an die Bedingungen hielt.
Dieser Bündnisschluss wurde immer mit dem Opfer eines Tieres besiegelt, und zwar vor der Haustür, und anschließend wurde ein Bündnismahl gehalten zwischen den Parteien.
Diese Bündnisse wurden zwischen Königen geschlossen, aber auch zwischen einem König und seinen Untertanen.
Und genau so einen Bündnisschluss basierend auf diesem Muster ist YHWH mit Seinem Volk, das aus Ägypten auszog, eingegangen. Sie strichen das Blut des geopferten Lammes an ihre Haustüren und nahmen so im Glauben den Bündnisschluss an.
Es heißt, dass Yeshua schon vor Grundlegung der Welt geschlachtet worden ist. Off 13,8: „Und alle, die auf Erden wohnen, beten es an, deren Namen nicht geschrieben sind in dem Lebensbuch des Lammes, das erwürgt ist, von Anfang der Welt.
Er war das Lamm, dessen Blut damals im Glauben angenommen wurde. Woher weiß man das? Im Hebräischen sieht man die Unterscheidung zwischen „Blut“ und „AlephTav-Blut“. Yeshua hat von sich gesagt, dass er das Aleph und das Tav ist. Und in den hebräischen Schriften wird genau das unterschieden. Die Israeliten strichen das Blut an die Hauswände, aber YHWH sah es als das AlephTav-Blut an.
„Dann aber soll das Blut (einfach das Blut) euer Zeichen sein an den Häusern, in denen ihr seid. Wo ich das AlephTav-Blut sehe, will ich an euch vorübergehen, und die Plage soll euch nicht widerfahren, die das Verderben bringt, wenn ich Ägyptenland schlage“ (2. Mose 12,13).
Hier haben wir das Opfer und die Gnade. Beides war schon immer da, von Anfang an, weil YHWH immer derselbe ist!
Dann wurde das Volk an den Sinai geführt, um die Bündnisbedingungen kennenzulernen. Und YHWH legte – üblich wie in den Bündnisverträgen – fest, was Er machen würde, wenn sie seine Bündnisbedingungen einhalten. Ausgedrückt in Segen oder Fluch. 5. Mose 28,1: „Wenn du nun der Stimme YHWHs gehorchen wirst (die Bündnisbedingungen einhältst), dass du hältst und tust alle seine Gebote, so wird dich YHWH, dein Elohim, zum höchsten über alle Völker auf Erden machen, und weil du der Stimme YHWHs, deines Elohim, gehorsam gewesen bist, werden über dich kommen und dir zuteil werden alle diese Segnungen.“ Das ist ganz klar die Sprache eines Bündnisses.
Und YHWH stellt sich auch in der gesamten Tenach vor, wer Er als Bündnispartnerist. Das beginnt schon im ersten Satz der Bibel, ich bin der, der die Himmel und die Erde erschaffen hat.
Und YHWH wirkt alles durch den Messias, durch den, der von sich sagt: „Ich bin das Aleph und das Tav“.
Und Er als Aleph und Tav ist schon im ersten Satz zu finden: Im Anfang schuf Elohim AlefTAV die Himmel und AlefTav die Erde. Das AlefTav erscheint in den ersten fünf Büchern Mose (und nicht nur da) an entscheidenden Stellen, wo es immer um das Bündnis geht.
Aus all dem Gesagten wird deutlich, dass schon die Formulierung „Yeshua hat das Gesetz hinweggenommen“ falsch ist, weil er schon immer da war als sichtbarer Bündnispartner. Und zu einem Bündnis gehören immer die Bündnisbedingungen.
Und die Bedingungen machen ja gerade das Bündnis aus, damit YHWH uns schützen kann. Wenn wir uns außerhalb der Bündnisbedingungen stellen, verlieren wir diesen Segensbereich: „Wenn du aber nicht gehorchen wirst der Stimme YHWHs, deines Elohims, und wirst nicht halten und tun alle seine Gebote und Rechte, die ich dir heute gebiete, so werden alle diese Flüche über dich kommen und dich treffen.“ (5. Mose 28,16) Dieser Teil war immer auch in allen Bündnissen enthalten.
Wer ist in das Bündnis mit YHWH eingeschlossen? Das ganze Haus Israel und die Fremdlinge und diejenigen, die sich in das Haus Israel haben aufnehmen lassen. Wie? Durch den Bündnisschluss – sprich durch das AlefTav, den Messias, sein vergossenes Blut und die Bündnisbedingungen.
Das schließt sowohl das Haus Juda (die Juden) als auch die zehn verlorenen Stämme ein als auch die sich haben einpfropfen haben lassen.
Es heißt ausdrücklich: 4. Mose 15,15-16:
15“Für die ganze Gemeinde gelte nur eine Satzung, für euch wie auch für die Fremdlinge. Eine ewige Satzung soll das sein für eure Nachkommen, dass vor YHWH der Fremdling sei wie ihr.
16Einerlei Gesetz, einerlei Recht soll gelten für euch und für den Fremdling, der bei euch wohnt.“
Im Zusammenhang mit den Flüchtlingen ist dies eine ganz wichtige Aussage, nämlich, dass die Flüchtlinge sich an das Gesetz und das Recht halten sollen, das für die Gläubigen an den Gott Abrahams, Jakobs und Isaaks gilt.
Da die zehn Stämme die Bündnisbedingungen teilweise über den Haufen geworfen haben, mussten sie als Strafe ihr Zuhause, das Land Israel, verlassen und wurden ins Exil geführt. Die Juden haben sie teilweise auch übertreten und wurden nach Babylon ins Exil geführt. Aber sie sind nach 70 Jahren wieder zurückgeführt worden, weil sie Buße getan haben.
Wenn jemand sagt, dass er nicht mehr unter dem Gesetz sei und die Bündnisbedingungen nicht hält, bewegt er sich außerhalb der Schutzzone YHWHs als Bündnispartner. Bei Übertretungen kann man durch Buße wieder zurückkehren in das Bündnis und muss nicht sterben, weil Yeshua diesen Fluch auf sich genommen hat.
Die Bündnisbedingungen sind nicht jüdisch!
Oftmals wird behauptet, dass die Torah jüdisch sei und die Gesetze auch. Ich kann keine Stelle in der Torah finden, wo das geschrieben steht. Es sind die Gesetze YHWHs, wozu auch der Schabbat und Seine Feste gehören: „Dies sind die Feste YHWHs, die ihr ausrufen sollt….dies sind meine Feste“ (3. Mose 23,2). Diese und alle anderen Anweisungen wurden allen z wölf Stämmen und den Fremdlingen gegeben und nicht nur dem Stamm Juda allein! Der Unterschied zu den zehn verlorenen Stämmen ist, dass der Stamm Juda diese Anweisungen gehalten hat.
Und was sagt die Torah über diejenigen, die nicht am Sinai dabei waren? „Denn ich schließe diesen B u n d und diesen Eid nicht mit euch allein, sondern mit euch, die ihr heute hier seid und mit uns steht vor YHWH, unserem Elohim, wie auch mit denen, die heute nicht mit uns sind. Das ist hebräisches Denken, auch mit denen, die nicht dabei waren. Sie bzw. wir sind mit eingeschlossen. Ist ja auch logisch.
Und Yeshua sagt, der ist es, der mich liebt, der meine Gebote hält. Welche? Es gab nur die Torah und gemeint war, die Anweisungen des Bundesschlusses.
Last not least: Man lebt nie in einem gesetzlosen Raum. Es ist nur die Frage in welchem Gesetzesraum man lebt? In dem von YHWH? Oder in einem anderen Gesetzesraum, wo das Gesetz des Sonntags gilt, von der katholischen Kirche eingeführt, die gesagt hat, dass sie die Macht hat, den Schabbat abzusetzen und durch den Sonntag zu ersetzen. Die Liste könnte man beliebig lang fortsetzen. Jeder Staat hat tausende von Gesetze. Wie genial, dass YHWH Sein weltweites Königreich in nur 613 Unterweisungen geregelt hat!
Emuna
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