Tu BiSchwat

Tu BiSchwat wird in den jüdischen Schriften als »Neujahr der Bäume« bezeichnet. (Arbeiten ist erlaubt)

Was heißt Tu BiSchwat?

“Tu” steht für die Zahl 15. Im Hebräischen kann man jede Zahl mit Buchstaben schreiben. Aleph, der erste Buchstabe des hebräischen Alphabets ist zugleich die Zahl 1. 15 würde man normalerweise aus 10 + 5 (Jod und Hey) zusammensetzen. Da dies allerdings die Anfangsbuchstaben von Gottes Namen sind und man diesen in der jüdischen Tradition nicht ausspricht, wählt man stattdessen die Buchstaben Tet (9) und Vav (6) – gesprochen: Tu – um die 15 anzuzeigen.

Schewat ist der 11. Monat im jüdischen Kalender und Bi heißt im. Also ist Tu BiSchwat der 15. Tag im Monat Schwat.

Warum feiert man ein Neujahrsfest der Bäume?

Als es noch den Tempel in Jerusalem gab wurde der zehnte Teil der Tiere, der Getreide- und der Obsternte für die Priesterschaft und die Armen abgegeben.

Wie aber soll man bei Obstbäumen regeln, zu welchem Jahr die Obsternte gehört?

Durch die klimatischen Bedingungen in Israel ist dafür der 15. Schewat ideal. Er fällt fast auf das Ende der Regenzeit, wenn der Saft in die Bäume hochsteigt und sich die Früchte zu formen beginnen. So bildet er eine natürliche Grenze zwischen dem Obst, das im vergangenen Jahr geerntet wurden und denen, die im folgenden Jahr geerntet werden. Früchte, deren Blütezeit nach dem 15. Schewat liegt, müssen dann für dieses Jahr verzehntet werden.

Wie wird Tu BiSchwat gefeiert?

In Israel ziehen die Kinder hinaus, um Bäume zu pflanzen. So tragen sie zum Aufbau des Landes bei. Juden, die außerhalb von Israel – in der Diaspora – leben, spenden Geld für die Anpflanzung von Bäumen in Israel. Außerdem ist es Brauch, an diesem Tag besonders Früchte zu essen, die in Israel wachsen; in manchen jüdischen Gemeinschaften 15 Früchte – wegen des 15. Schewat.

In den letzten Jahren wurde ein Brauch wiederbelebt, der im 16. Jahrhundert bei den Juden, die in Safed (Israel) lebten, entstanden ist: der Tu BiSchwat-Seder. Seder heißt wörtlich “Ordnung”. Gemeint ist ein Zusammensein, bei dem man in einer bestimmten Reihenfolge Wein/Fruchtsäfte trinkt, Geschichten hört, bestimmte Früchte isst, Lieder singt und zu dem auch bestimmte Segenssprüche gehören. Man deckt den Tisch mit den schönsten Früchten, insbesondere aber mit den sieben Arten, mit denen das Land Israel gesegnet wurde: Weizen, Gerste, Wein, Feigen, Granatäpfel, Oliven und Honig (vgl 5.Mo 8,8).

Warum ist Tu BiSchwat wichtig?

Nach jüdischer Auslegung ist die sogenannte Orla-Vorschrift von Bedeutung: In den ersten drei Jahren eines Baumes dürfen seine Früchte nicht gegessen werden, um ihm ein Mindestmaß an ungestörter Entwicklung zu garantieren.

Jahresanfänge

Unterschiedliche Jahresanfänge gibt es übrigens nicht nur im Judentum. Auch aus Deutschland kennen wir dies:

  • Das bürgerliche Jahr beginnt am 1. Januar.
  • Das Schuljahr beginnt nach den Sommerferien (früher nach den Osterferien).
  • Das Studienjahr an Universitäten beginnt zwischen 1. Oktober und 1. November.
  • Das landwirtschaftliche Jahr endete am 11. November.
  • Das Arbeitsjahr für Knechte und Mägde, an dem sie ausbezahlt wurden, endete am 2. Februar.

Im Judentum gibt es folgende:

  • 1. Nissan: Für das Königtum: An diesem Tag wurden Könige gekrönt und danach dann auch die Jahre der Herrschaft einzelner Könige gezählt. Gott sagt, dass es der Start des Jahres ist, so dass bis heute ab hier die Monate gezählt werden.
  • 1. Elul: Für den Zehnten des Viehs.
  • 1. Tischri (Posaunenfest): Für das landwirtschaftliche Jahr und als Erinnerung an die Erschaffung der Welt.
  • 15. Schewat (Tu BiSchwat): Für das Neujahrsfest der Bäume.