Gottes Finanzsystem (Teil 1) – Was ist Geld?
Gottes Finanzsystem unterscheidet sich grundlegend von dem der Welt. Durch die Torah, welche die Verfassung des himmlischen Reiches darstellt, haben wir einen klaren Einblick, wie sich YHWH ein gerechtes Finanz- und Wirtschaftssystem vorstellt.
In dieser Reihe wollen wir uns einige Aspekte des göttlichen Finanzsystems ansehen, um uns eine Vision davon zu erarbeiten, was uns im messianischen Reich erwarten könnte. Außerdem lernen wir universelle Prinzipien kennen, die den Wohlstand aller Menschen schon heute fördern können.
In diesem ersten Teil widmen wir uns dem Wesen des Geldes.
Was ist Geld?
Zunächst werden wir versuchen eine Definition für Geld zu erarbeiten. Die Deutsche Bundesbank beantwortet die Frage „Was ist Geld?“ wie folgt:
Geld begegnet uns überall im täglichen Leben, als Banknoten und Münzen, als Buchgeld auf Bankkonten oder als digitales Geld auf Karten und dem Smartphone. Entscheidend ist nicht, welches Material oder welche Form Geld hat. Entscheidend ist, dass es allgemein als Zahlungsmittel akzeptiert wird. Geld muss drei Funktionen erfüllen: Die Tauschmittelfunktion, die Funktion als Recheneinheit und die Funktion als Wertspeicher.
Quelle: Deutsche Bundesbank (09.07.2019). Was ist Geld?. https://www.bundesbank.de/de/service/schule-und-bildung/erklaerfilme/was-ist-geld–800972 (abgerufen am 20.10.2021)
Demnach muss Geld als Tauschmittel geeignet, in Recheneinheiten teilbar und wertspeichernd sein.
Tatsächlich könnte man Geld auch einfach als (Tausch-)Ware im Wirtschaftskreislauf bezeichnen, deren einzige Aufgabe darin besteht, einen Wert wie z.B. die Arbeitskraft zu speichern und tauschbar zu machen.
Historisch haben sich Edelmetalle wie Gold und Silber am Besten für diese Funktionen bewährt. In der hebräischen Bibel sind die Worte für Geld und für Silber identisch.
Als nun die midianitischen Kaufleute vorbeikamen, zogen sie Joseph aus der Zisterne herauf und verkauften ihn den Ismaelitern für 20 Silberlinge; und diese brachten Joseph nach Ägypten. (1. Mose 37,28)
Doch theoretisch können sich zwei Vertragsparteien auch immer auf ein anderes Tauschmittel untereinander einigen, zum Beispiel dann, wenn kein Silber oder Gold verfügbar ist. So wissen wir, dass in Kriegszeiten Waren wie Tabak oder Kaffee die Funktion von Geld annehmen konnten.
Auch Gott lässt das Material des Geldes offen, wenn er zum Beispiel vom Lösegeld für die Gemusterten spricht. Lediglich die Einheit – nämlich einen halben Schekel – legt er fest.
Jeder, der durch die Zählung geht, soll einen halben Schekel geben, nach dem Schekel des Heiligtums (ein Schekel gilt 20 Gera) — einen halben Schekel als Hebopfer für YHWH. (2. Mose 30,13)
Das heutige Geld- und Finanzsystems
Die Beschaffenheit von Geld unterscheidet sich heute grundlegend von der Definition, die die Deutsche Bundesbank uns gibt.
Zunächst einmal stellt sich die Fragte, ob der Euro oder jede andere Währung auf der Welt überhaupt als Geld geeignet ist. Denn die Funktion als Wertspeicher erfüllt der Euro definitiv nicht.
Die entsprechende Problematik ist schon daran zu erkennen, dass der Euro gar keinen definierten Wert hat. Der Materialwert eines Geldscheins bzw. einer digitalen Einheit auf einer Festplatte ist nahe null. Wo kommt aber der nominelle Wert des Euros her und warum glauben wir, dass das Stück Papier einen höheren Wert hat als eben den Wert eines Stück Papiers?
Diese Frage lässt sich am Besten beantworten, wenn wir verstehen, wie das Geld heute entsteht.
Die moderne Geldschöpfung
Wir haben gesehen, dass in Gottes Finanzsystem Silber in der Regel als Geld verwendet wurde. Der Wert einer Geldeinheit richtete sich nach ihrem Gewicht. Da zur Förderung und Läuterung des Silbers Arbeitskraft eingesetzt wurde, stellte jede Silbereinheit eine gewisse Produktivität dar. So konnte die Arbeitskraft, die für die Produktion von einen Schekel Silber benötigt wurde, gut mit der Arbeitskraft verglichen werden, die für 1 Kor Weizen nötig war. Und so entstanden die Preise vor dem Hintergrund von Angebot und Nachfrage.
Der Wert der Währungen, die heute als Geld definiert werden, entsprechen aber nicht mehr bereits geleisteter Arbeit. Sie finden ihren nominellen Wert vielmehr in der Versprechung einer zukünftig eventuell zu leistenden Arbeit.
Jeder Euro ist ausschließlich durch eine Kreditvergabe in Umlauf gekommen. Das heißt, dass sein Wert rein spekulativ und zum Zeitpunkt der Ausgabe gar nicht vorhanden ist.
Hinzu kommt, dass beispielsweise der Euro als Werteinheit gar nicht definiert ist. Demnach handelt es sich bestenfalls um ein Stück Papier, dessen tatsächlicher Wert nahezu null ist.
Und das Sahnehäubchen der Ungerechtigkeit im System ist das staatliche bzw. das Zentralbankmonopol auf die Geldschöpfung. Demnach ist es nur den (Zentral-)Banken erlaubt, Geld in Umlauf zu bringen. Zwar können sich Vertragsparteien immer noch auf andere Tauschmittel einigen, doch werden Steuern und Abgaben vom Staat nur in seinem zuvor definierten Zahlungsmittel wie dem Euro akzeptiert.
Um die Auswirkungen davon genauer zu verstehen, wollen wir Gottes Finanzsystem einmal mit dem heutigen System modellhaft vergleichen.
Gottes Finanzsystem auf einer einsamen Insel
Wir stellen uns einmal eine einsame Insel mit 11 Bewohnern vor. Jeder Bewohner hat ein bestimmtes Talent, dem er auch beruflich nachgeht. Einer ist beispielsweise ein Obstbauer und bietet Früchte zum Verkauf. Der nächste ist ein Holzfäller. Ein anderer ist ein guter Koch und betreibt ein Restaurant auf der Insel etc.
Auf der Insel hat es sich so eingespielt, dass die Bewohner die Muscheln des Muschelfischers als Geld benutzen. Wenn also jemand etwas bezahlen will, kann er das fast immer mit Muscheln. Doch manchmal gibt es keine Muscheln, weil der Muschelfischer krank ist oder einfach eine schlechte Ausbeute hatte.
In einem solchen Fall fangen sich die Bewohner selbst Muscheln oder steigen einfach auf ein anderes Zahlungsmittel um. Sie haben immer die Möglichkeit, Geld selbst zu definieren und sind nicht auf den Muschelfischer angewiesen, um Geschäfte zu machen.
Die Folge ist ein robustes Wirtschaftssystem, da es immer ein werthaltiges Zahlungsmittel gibt.
Das heutige Finanzsystem auf der Insel
Wenn wir das heutige Finanzsystem auf die Insel übertragen, dann wird sich der Muschelfischer anders verhalten.
Er überlegt sich, dass er doch ein riesiges Geschäft machen könnte, wenn er der Einzige wäre, der Geld in Umlauf bringen könnte. Geld braucht schließlich jeder.
So überredet er die Inselbewohner, im Inselrat zu beschließen, dass ab sofort nur noch Muscheln als Zahlungsmittel auf der Insel verwendet werden dürfen. Außerdem ist es jedem außer dem Muschelfischer verboten Muscheln zu fischen.
Nun schlägt der Muschelfischer den anderen 10 Inselbewohnern vor, dass er ihnen je 10 Muscheln zu einem Zinssatz von 10% ausgeben könnte. Die Zinsen spiegeln ja nur seinen Verdienst für das Muschelfischen wider.
Die Bewohner sind einverstanden. Sie bekommen beim Muschelfischer einen Kredit und müssen am Ende der Kreditlaufzeit je 11 Muscheln zurückzahlen. Der Muschelfischer hat also 100 Muscheln in Umlauf gebracht und möchte 110 zurück.
Woher können sich die Inselbewohner die eine Muschel holen, die sie brauchen, um ihren Kredit beim Muschelfischer zu bezahlen? Sie haben zwei Möglichkeiten:
- 1. Sie holen sie sich bei den anderen Inselbewohnern, was aber dazu führt, dass diese ihre Schulden nicht bezahlen können.
- 2. Sie holen sie sich beim Muschelfischer, was aber dazu führt, dass ihre Schuldenlast nur weiter wächst, da dieser jede Muschel, die er ausgibt, mit 10% Zinsen belegt.
Letztlich wird nur der Muschelfischer immer reicher. Alle anderen Inselbewohner werden immer ärmer. Als die Bewohner das bemerken, überredet der Muschelfischer den Holzfäller, dass er dafür sorgt, dass die anderen Bewohner sich beruhigen und sich an das Gesetz halten. Dafür soll der Holzfäller auch einen Kredit ohne Zinsen bekommen.
Der Holzfäller willigt ein und ist nun der Agent des Muschelfischers. Wann immer Ideen Im Inselrat auftauchen, die den Interessen des Muschelfischers widersprechen, stimmt der Holzfäller dagegen. Mit der Zeit sucht sich der Muschelfischer immer mehr Inselbewohner, die für ihn arbeiten. Und so festigt der Muschelfischer seine Macht, bis die Inselbewohner an der Last ihrer Schulden zusammenbrechen.
Fazit: Gottes Finanzsystem ist stabil und nachhaltig
Gottes Finanzsystem ist auf den Wohlstand der Menschen ausgelegt. Jeschua sagte:
Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu töten und zu verderben; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es im Überfluss haben. (Johannes 10,10)
Der Überfluss, von dem er sprach, ist sicher auch materieller Natur. Gott hat sich das Wesen des Geldes ganz anders vorgestellt, als wir es heute kennen. Es ist an uns, seine Konzepte neu zu lernen, damit wir in Zukunft ein Reich mit Ihm aufbauen können, in dem wirklich Frieden und Wohlstand für alle Realität ist.
Bildquelle: Pixabay.com
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Andreas Heller
28. Oktober 2021 @ 19:28
Shalom Naphtali,
schöne Gedanken von dir.
Ich könnte mir vorstellen, dass das Geld im Millenium nur noch eine Rolle unter den Heiden spielt bzw. im Austausch des Volkes Gottes mit den Heiden (die versuchen noch ihr eigenes Süppchen zu kochen und nicht zum Laubhüttenfest nach Zion ziehen usw.). Wenn die Gläubigen sich wirklich als Mishpacha verstehen, sollte auch die Vermittlung über das Geld überflüssig sein.
Im Geld ist ja ein bestimmtes Quantum an menschlicher Arbeit enthalten. Ich denke da an das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg (Matt. 20). Alle Arbeiter erhalten den gleichen Lohn, unabhängig von ihrer geleisteten Arbeit. Das sprengt schonmal unsere Vorstellungen, die uns vom System heutzutage beigebracht werden.
Aber wie wir den Vater mit einer Gabe, einem Geschenk, einem Opfer ehren, so können wir das doch auch untereinander. Der Lohn ist dann das ewige Leben.
Shalom sei mit dir und deiner Familie,
Andreas
Dietmar Ullmann
28. Oktober 2021 @ 19:53
Das “zukünftige Reich”, wie Du schreibst, kennt kein Geld, wie das vor dem Sündenfall auch nicht angedacht für das Leben auf diesem Planeten einer Menschheit innerhalb des Schöpfungsauftrages.
Wozu Geld in einer Welt der Liebe des VATERS, wo es keinen Egoismus mehr gibt? Es wird der Mensch sich neu verstehen und endlich begreifen, dass er nicht sich lebt sondern dienend der Schöpfung.
Und das alle Menschen gemeinsam eines ewigen Sein, weil es den Tot nicht mehr gibt – siehe Buch der Offenbarung.
Das wünsche ich selbst auch Euch durch die baldige Rückkehr JESUS.
Dietmar
Naphtali
29. Oktober 2021 @ 10:00
Lieber Andreas, lieber Dietmar,
vielen Dank für eure Ergänzungen.
Es ist eine spannende Thematik, wie wir das messianische Reich tatsächlich erleben werden. Ich habe da keine definitive Antwort, glaube aber, dass wir durch die Torah eine Blaupause dafür bekommen.
Bei meinem Artikel habe ich mich an den Beschreibungen der Torah orientiert und dort spielt eine Art Tauschmittel oder auch “Lösegeld” durchaus eine Rolle.
Doch wir werden sehen, wie sich alles genau gestalten wird und ich denke, wir alle werden große Überraschungen erleben.
Schalom
Naphtali
Michael
29. Oktober 2021 @ 19:17
Ergänzung?!? Wenn ich´s ´mal richtig verstanden habe, so ist eine weitere Form der “Geldschöpfung” die Kreditvergabe durch Geschäftsbanken. Deshalb wohl auch der Begriff des “Schuldgeldes”.
“Denn die Funktion als Wertspeicher erfüllt der Euro definitiv nicht.” Ich würde sagen, die Wertspeicherfunktion ist ausgesprochen suboptimal [wie übrigens bei jedem Fiatgeld!] und letztlich zeitlich begrenzt (durch Währungsreform u./od. (vorheriger) Hyperinflation.
Dieses Phänomen findet man aber auch bei den diversen Edelmetallen, wenn auch in einem “gesunden” Bereich – Wertschwankungen und eine gewisse Inflation gibt´s auch dort. Egal, ob im ersten Fall durch Manipulation oder “normale” (?) Einflüsse bzw. durch weitere Au-/Ag-Förderung / “Findung” dieser Metalle.
Exkurs: (Privat-) Geld auf der Bank (Girokonto etc.) gehört dieser, solange es nicht abgehoben ist. Deshalb der dringliche Tipp: Nur so wenig dorthin “auslagern”, wie (für Überweisungen) unbedingt nötig! Shlm Michael
Matthias
30. Oktober 2021 @ 11:05
Shalom Naphtali,
vielen Dank für Deine Erläuterungen.
Ich finde es sehr wichtig, dass wir uns mit dem Geldsystem beschäftigen um nicht getäuscht und verführt zu werden.
Durch deinen Beitrag verstehe ich auch Lukas 20, 22 ff besser. Wir sollen dem Kaiser gehen, was seines ist. Es ist nicht unser Geld und sollte auch nicht die entscheidende Rolle spielen, da ER etwas besseres für uns hat.
Dein Beispiel mit der Insel nach Gottes Vorstellung finde ich schön erläutert, aber was ist wenn ein Sturm kommt und alle Obstbäume kaputt macht?
Auf einmal ist Obst rar und mehr wert als die anderen Dinge. Um dem zu entgehen würden sich alle auf die Muscheln stützen und das würde zu einer Überfischung und somit einer erneuten Materialknappheit führen. Im Endeffekt wird der Obstbauer mehr verlangen als er sollte.
Ich möchte damit darauf hinweisen, dass es nicht zwingend darum geht ob Zinsen erhoben, Gesetze verabschiedet oder Menschen manipuliert werden. Aus meiner Sicht ist die Gier das Übel im Finanzsystem. Jeder schaut nur nach sich und will besser da stehen als der Andere.
Die Lösung ist für mich nicht der Sozialismus in dem alle Gleich sind, sondern eine Gemeinschaft in der jeder seinen nächsten liebt und nicht ausbeutet oder ausnutzt.
Ich hoffe, dass wir dies einmal erleben dürfen.
Schalom Matthias
Naphtali
30. Oktober 2021 @ 19:18
Lieber Matthias,
vielen Dank für Deine Ergänzung.
Das Schöne an Gottes Reich ist, dass es nur von Menschen besiedelt sein wird, die sich und ihr Herz freiwweillig verändern lassen wollen. Insofern wird auch die Gier dort keinen Platz haben.
Ich glaube ganz fest, dass wir eine Gesellschaft erleben werden, in der niemand mehr ausgebeutet wird, denn das ist die uns offenbarte Wahrheit!
Liebe Grüße
Naphtali
Matthias
1. November 2021 @ 14:27
Shalom Naphtali,
Danke.
Da freue ich mich riesig darauf und hoffe ein Teil davon sein zu dürfen.
Besonders gut finde ich das “freiwillig verändern lassen wollen”.
Eine wichtige Sache um in seiner Liebe zu gehen.
Danke nochmals.
Liebe Grüße
Matthias